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Chronik

Erste Hinweise zur SPD in Overhagen finden sich in der „Geschichte der Sozialdemokratie in Westernkotten“ von Wolfgang Marcus. Er berichtet vom Radsportverein „All-Heil Westernkotten“, der demnach fast nur aus Fabrikarbeitern bestand und dem man einen sozialdemokratischen Hintergrund nachsagte. Mitglied des Vereins war nach dieser Quelle auch Josef Mähling aus Overhagen.

Da die älteren Verzeichnisse des Gemeinderates keine Hinweise auf die Parteizugehörigkeit der Mitglieder geben, lässt sich nicht genau sagen, wann die SPD erstmals im Gemeinderat vertreten war. Als gesichert kann gelten, dass sie zumindest ab 1964 im Gemeinderat einen Sitz hatte – wahrgenommen von Willi Makowski. Im Jahr 1969 wurde es dann sogar drei von neun Mandaten, die von Willi Makowski (auch stellv. Bürgermeister), Heinz Müller und Eberhardt Ruess wahrgenommen wurden.

Der eigenständige SPD Ortsverein Overhagen gründete sich im am 19. Januar 1990 aus elf Altmitgliedern und sechs Neumitgliedern. Vorausgegangen war eine erste Zusammenkunft am 29.11.1989, in der das Interesse an einem eigenen Ortsverein in Overhagen erkundet worden war. Die Initiative zur Gründung einer eigenen Parteigliederung in Overhagen ging von Hans-Joachim Kayser aus, die personelle und organisatorische Vorbereitung lag in den Händen von Ortsvorsteher und Ratsmitglied Eike Hovermann, der auch den SPD Stadtverband leitete und als erster stellvertretender Bürgermeister der Stadt Lippstadt fungierte. Kernpunkt der Überlegung war, mit einer eigenen Parteigliederung sich deutlich besser auf die Interessen Overhagens konzentrieren zu können.

Die Zusammenkunft am 19. Januar 1990 erbrachte folgende Wahlergebnisse für den Vorstand des neuen Ortsvereins:
Vorsitzender: Hans-Joachim Kayser
stellv. Vorsitzende: Barbara Hovermann und Herbert Kalthoff
Schriftführer: Heinz Salmen
Kassierer: Franz-Werner Glaremin
Beisitzer: Eike Hovermann, Friedel Wiedenbrück
Kontrollkommission: Franz-Josef Fahle, Carsten Salomon, Gerhard Senger

Wer sich wundert, dass Willi Makowski hier nicht auftaucht, dem sei erklärt, dass er an allen Versammlungen teilgenommen hat, aber formal gerne bei dem Ortsverein bleiben wollte, dem er 30 Jahre angehört hatte – nämlich dem OV Lippstadt - Kernstadt.

Bereits in der ersten Versammlung nach der Gründung traten fünf weitere Mitglieder der SPD bei. Die unmittelbar anstehende Landtagswahl (SPD - Kandidat Karl-Heinz Brülle) war dafür verantwortlich, dass die Vertreter des Ortsvereins sofort ihre Feuerprobe zu bestehen hatten. Da rund zehn Mitglieder sich von Anfang an aktiv in die Politik einbrachten, blühte die politische Arbeit schnell auf. Es gelang den Overhagenern schon bald, sich in den Ausschüssen des Rates Mandate zu sichern und auf diese Weise an der politischen Willensbildung unmittelbar mitzuwirken. Abgesehen von Eike Hovermann konnten Heinz Salmen in den Schulausschuss, Friedel Wiedenbrück in den Sportausschuss und Hajo Kayser in den Bauausschuss sowie kurze Zeit später in den Planungs- und Verkehrsausschuss entsandt werden.

Bereits 1992 zog Eike Hovermann sich als Vorsitzender des SPD – Stadtverbands zurück, um den Kreisvorsitz zu übernehmen. Nachfolger im Stadtverband wurde mit Hans-Joachim Kayser wieder ein Overhagener.

Der Ortsverein unternahm in dieser Zeit erhebliche Bemühungen, einen Kindergarten in Overhagen zu installieren, wozu es aber erst 1997/98 kommen sollte.

Im Jahr 1994 kam es für die Partei zu einer Zäsur. Der „Ziehvater“ Eike Hovermann kandidierte nicht wieder für den Rat, sondern nur noch für den Kreistag, auch wurde er Bundestagskandidat für den Kreis Soest.

Ratskandidat der SPD für den Wahlkreis 1 (Overhagen + Lippe-Schule) wurde Hans-Joachim Kayser, der eine eher bescheidene Ausgangslage vorfand. Die damalige Diskussion um eine Mülldeponie am Clüsener Broich ging überwiegend zu Lasten der SPD, sein CDU-Gegenkandidat Heinz Linnebur war einen “alter Hase“ in der Kommunalpolitik und zudem im Dorf fest verankert. Außerdem war mit der Bürgergemeinschaft (BG) eine neue politische Kraft in Lippstadt entstanden, deren Kristallisationspunkt eben dieser Wahlkreis 1 war. Hinzu kam, dass mit dem Wegzug der Briten und dem Zuzug vieler Aussiedlerfamilien auch ein starker demografischer Wandel im Lippstädter Teil des Wahlkreises einherging. So ging der Wahlkreis 1 für die SPD dann auch tatsächlich verloren, die CDU war stärkste politische Kraft geworden. In Overhagen selbst hatte allerdings die SPD mit zwei Stimmen Vorsprung die Nase vorn und stellte mit Hans-Joachim Kayser den neuen Ortsvorsteher.

In der Folgezeit verstärkten sich die Aktivitäten zunehmend, was nun auch um so leichter war, lagen doch die Ämter des Ortsvereinsvorsitzenden, des Ortsvorstehers, des Stadtverbandsvorsitzenden und des Ratsmitglieds in einer Hand. Die Herausgabe der ersten „Rundschreiben des Ortsvorstehers“, die inzwischen vier- bis sechsmal pro Jahr über dörfliche Angelegenheiten berichten, begann in dieser Zeit. Man entwickelte 1997 erstmals einen kostenlosen Dorfkalender, der inzwischen in veränderter Form zum festen Bestandteil nahezu jedes Overhagener Haushalts gehört, ein weiterer Schwerpunkt waren die Bushäuschen, die man mit unterschiedlichen Partnern errichtete bzw. verschönerte, so zum Beispiel jenes an der Schlosskapelle, das gemeinsam mit dem ´95-er Königspaar und seinem Hofstaat, der INI und dem städtischen Bauhof erstellt wurde. Im Jahr 1995 rückte Eike Hovermann in den Bundestag nach, wo er sich inzwischen weitgehend mit dem Thema „Gesundheitspolitik“ beschäftigt. Im Jahr 1998 gewann er den Wahlkreis 118 (Soest) direkt – in Overhagen erreichte die SPD bei dieser Wahl 49,3% der Zweitstimmen und Eike Hovermann 54,9% der Erststimmen.

1996 errichtete der Ortsverein auf dem Grundstück Salmen an der Nepomukstraße einen eigenen Schaukasten. Die Partei war inzwischen auf 33 Mitglieder gewachsen und unterschied sich, was die Größe betraf, in keiner Weise von den älteren Ortsvereinen, mit Ausnahme der Ortsvereine Kernstadt und Lipperode, die beide deutlich größer waren und es auch heute noch sind.

Zur Nagelprobe kam es dann bei der Kommunalwahl 1999. Nach einem, nicht immer als angenehm empfundenen Wahlkampf, übertraf das SPD - Ergebnis in Overhagen alle Erwartungen. Während die Sozialdemokraten landesweit Verluste hinnehmen mussten, gelang es in Overhagen, den Stimmenanteil von 39,5% auf 65,3% zu steigern. Somit ging auch der Wahlkreis 1 wieder von der CDU zurück zur SPD.

Mit Beginn dieser Ratsperiode, die bis 2004 dauerte, übernahm Hans-Joachim Kayser auch das Amt des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Rat der Stadt Lippstadt, das des Stadtverbandsvorsitzenden gab er Anfang 2000 nach acht Jahren auf.

Bei den Bundestagswahlen 2002 lag das Overhagener Ergebnis mit 53,3% der Erststimmen und 42,1% der Zweitstimmen deutlich über dem Lippstädter Durchschnitt von 46,1% bzw. 39,7%. Im Jahr 2005 erreichten wir dann 54,45 Erststimmen und 45,5% der Zweitstimmen - also gegen den Bundestrend zwei Verbesserungen.

Die Kommunalwahl 2004 erbrachte in Overhagen zwei besonders gute Ergebnisse. Zum einem lag die Wahlbeteiligung mit 75,3% weit über dem Durchschnitt und zum anderen konnte die SPD ihr Ergebnis sogar noch einmal auf dann 70,3 % steigern. Hajo Kayser erreichte damit das zweitbeste Ergebnis in ganz Lippstadt. Noch besser kam es bei der außerplanmäßigen Bürgermeisterwahl im September 2005, bei der Hajo Kayser als SPD-Kandidat ins Rennen ging. Er holte gegen den von CDU, FDP und BG nominierten Christof Sommer 18.106 Stimmen, was einem Anteil von 48,06% entsprach. Und sein Overhagener Ergebnis betrug sogar 72,6%. Anmerkung: Der bisherige Bürgermeister Schwade hatte bei keiner seiner Wahlen 17.000 Stimmen erreicht.

Inzwischen hat sich die SPD Overhagen zum größten unter den kleinen Ortsvereinen im Stadtgebiet entwickelt. Mit knapp 50 Mitgliedern ist sie die unumstrittene Nummer drei unter den zehn Lippstädter Ortsvereinen. Diese immer noch aufwärts gerichtete Mitgliederentwicklung mag damit zusammenhängen, dass man sich zuallererst als Overhagener Partei versteht, die die Interessen des Dorfes vertritt. Ebenso, dass man sich durchaus auch als Overhagener „Verein“ sieht, der Geselligkeit pflegt und eine Reihe von Aktivitäten entwickelt, die kaum als politisch angesehen werden können, so zum Beispiel die regelmäßige Weinfahrt im Herbst, das vorweihnachtliche Gänseessen, die Kinderfeste und ähnliches.

Eine große politische Aktion war die kommunalpolitische Umfrage im Jahr 2002 Dorf, die auf ein außergewöhnlich großes Interesse gestoßen war und deren Ergebnisse im Laufe der Zeit umgesetzt werden sollen. Und wie gewohnt, sah man zwischen den Jahren den Parteivorsitzenden und Ortsvorsteher Hans-Joachim Kayser von Haus zu Haus gehen, um die Neujahrswünsche und den Dorfkalender zu überbringen.

Bei der Jahreshauptversammlung im März 2004 übergaben der Mitbegründer und bisherige Vorsitzende Hans-Joachim Kayser das Amt an seinen langjährigen Stellvertreter Bernd Pahlke. Aber noch waren zwei Mitglieder des Gründungsvorstandes im Amt, Friedel Wiedenbrück und Heinz Salmen als Beisitzer.

Im Januar 2012 wurde unser Gründungsmitglied und längjähriges Bundestagsmitglied Eike Hovermann für seine 40 jährige Mitgliedschaft bei der Jahreshauptversammlung geehrt. Dabei haben wir auch zwei neue Mitglieder aufnehmen können. Katharina Palm und Sven Salmen. Katharina Palm wurde in der Versammlung in die Kontrollkommission gewählt. Sven Salmen hat die Position seines Vaters als Beisitzer übernommen. Weiterhin wurde er in der Versammlung zum Internetbeauftragten gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2014 wurde Hajo Kayser als Ratsmitglied in seinem Amt bestätigt und gleichzeitig auch als Kreistagsmitglied gewählt. Als Nachfolger im Amt des Ortsvorstehers wurde Jens Behrens im Rat der Stadt Lippstadt gewählt. Sven Salmen schaffte es nach nur zwei Jahren Mitgliedschaft den Wahlbezirk 2 direkt zu holen und den Südwesten wieder in rote Hände zu halten.